Chronik des MFCA

Urkundlich erwähnt wurde der Modellflugclub Attendorn erstmalig 1974 in Polizeiakten: Ein Modellflugzeug verfehlte den vorgesehnen Landeplatz um bescheidene 500 Meter und landete dummerweise genau auf der Terasse zweier älterer Damen. Als Folge dieses Geschehens erfolgte schon damals zwecks vernünftiger Versicherung der Eintritt in den DMFV. Es waren acht Modellfluginteressierte, die sich zwanglos über der Stesse bei Biekhofen trafen, und die Landungen gingen meistens glimpflicher aus. Die damals noch recht lauten Zweitakter riefen, Gott sei Dank, nicht nur mehrmals die Polizei wegen Ruhestörung, sondern auch immer mehr Modellflieger zu uns. Es blieb nicht bei acht Fliegern, es wurden zehn und mehr. Denen reichte das Fliegen abends und an den Wochenenden nicht aus, es mußte möglichst bei einem (oder mehreren) Glas Bier gefachsimpelt werden. In nächtelangen Versammlungen im Vereinslokal wurden die ersten Satzungen verfaßt, "Pöstchen" vergeben, diskutiert, Vereinswettbewerbe ausgearbeitet, und anschließend daß ganze noch mal bei einem letzten Glas Bier besprochen.

Dann wurde es ernst. Das wachsende Interesse in der Bevölkerung mußte gestillt werden. Außerdem war kein Geld in der Kasse. "Ausstellung" hieß das Zauberwort, und jedesmal sagenhafte 3000 Besucher strömten bei den ersten beiden Ausstellungen 1976 und 1977 in die Attendorner Stadthalle. 1978 wurde zu einem weiteren Meilenstein in der Vereinsgeschichte: Der Verein wurde offiziell in das Vereinsregister der Stadt Attendorn eingetragen. Nach der dritten Ausstellung im Frühjahr sahen wir uns genötigt endlich zu beweisen, daß die "Dinger" auch fliegen.

Bereitwillig stellte uns der Luftsportclub Attendorn-Finnentrop im Sommer seinen Flugplatz für unseren ersten Flugtag zur Verfügung. Und siehe da, die "Dinger" flogen! (Die paar bedauernswerten Ausnahmen beim Ballonstechen und der Fuchsjagd sollten hier sinnvollerweise unerwähnt bleiben).

Im gleichen Jahr trug auch unsere massive Suche nach einem neuen Fluggelände endlich Früchte. Der erste Anhörtermin auf unserem heutigem Gelände fand im Herbst statt und führte dank Unterstützung des DMFV zur ersten und heute noch gültigen Aufstiegserlaubnis. In den folgenden Jahren wurde der Platz immer mehr verbessert und vergrößert. Eine Unterstellmöglichkeit für die seltenen Regentage und ein massiver Fangzaun für die noch selteneren Bruchlandungen wurde errichtet. Weitere Ausstellungen in Ennest und Heggen folgten.

1984 starteten wir einen Wettbewerb dessen Geister wir lange nicht wieder los wurden: Das "Drei-Königs-Fliegen". Hierdurch wurde der Name MFC Attendorn innerhalb von zwei bis drei Jahren in ganz Deutschland bekannt. Sein großer Vorteil, einer der wenigen Wettbewerbe im Winter zu sein, war auch sein größter Nachteil: Er war im Winter. Teilnehmer und Veranstalter wurden immer wieder auf härteste Proben gestellt: Minus 17 Grad ließen die Akkus reihenweise sterben. Starker Regen und Nebel machten die Starts zu Blindflügen. Starke Sturmböhen verbliesen die Modelle. Schneefall begrub sie unter sich. Trotz alledem haben wir diesen Wettbewerb sage und schreibe zehn Jahre lang ohne Unterbrechung durchgezogen. Als 1993 alle 35 Starter ohne nennenswerte Probleme gestartet und gelandet waren, bescherte uns der Sturm doch noch eine Bruchlandung: Nach vermutlich sauberem Start und gutem Flug landete unser geliehenes Zelt hundert Meter weiter, allerdings stark beschädigt auf dem Rücken.    Nach diesem Vorfall haben wir uns schweren Herzens entschlossen diese Veranstaltung vorerst auf Eis zu legen.

In den 44 Jahren seines Bestehens ist der Mitgliederbestand von seinerzeit fünf Pionieren auf heute stattliche 55 Mitglieder angewachsen. Leider sind nur 2 davon Jugendliche, das älteste Mitglied ist 77 Jahre alt. Trotz vieler Zu- und Abgänge sind von den fünf Pionieren heute noch zwei dabei, einer davon ist der 1. Vorsitzende. Wir betreiben unser Hobby in der Nähe vom Attendorner Ortsteil Silbecke. Überwiegend wird Samstag und Sonntags geflogen. Bei gutem Wetter auch wochentags bis 19 Uhr. Gastflieger sind willkommen, wichtigste und kontrollierte Auflagen sind eine gültige Versicherung und max 76 dB Lautstärke.